Was der Herbst für mich bedeutet

Leute, Leute, es ist tatsächlich Herbst geworden. Ging schnell. Ich bin daher ganz überrascht, wie gut ich damit fertigwerde, dass es mittlerweile nachts - pardon - saukalt ist, ich morgens sogar die Scheiben meines Autos freikratzen muss und abends nicht mehr entspannt am Baggersee sitzen kann. Ich liebe den Herbst. Der Geruch, der morgens in die Wohnung strömt, wenn ich alle Fenster aufmache. Das Bild, das die Natur mit ihren bunten Bäumen abgibt. Die Gemütlichkeit, die mich umfängt, wenn es abends früher dunkel wird. Alle Zeichen deuten auf Rückzug, auf Achtsamkeit und die Besinnung auf das Wesentliche, Ballast wird abgeworfen. Naja, der Winter wird bei uns im Allgäu bereits in einigen Wochen vor der Tür stehen - daher ist es kein Wunder, dass ich so empfinde, oder?! Grundsätzlich bin ich allen Jahreszeiten zugetan, ich lehne keine Zeit kategorisch ab, ich finde im Februar bei Schnee und Kälte genauso viele schöne Lebensaspekte wie im August, wenn ich schwitzend meinen Eiskaffee schlürfe. Dennoch sind Frühling und Herbst besondere Zeitfenster, denn sie bringen uns die Wende, sie verändern das Bild, sie bewegen die Natur. Ich kann mich nur wiederholen: I love it! Ich erinnere mich, dass ich vor ein paar Jahren noch keine Bezug dazu hatte, was die Jahreszeiten für mich bedeuten. Ich war eine junge Frau, die ihr Leben lebte, immer fokussiert auf das Außen, immer angetrieben von der Außenwelt. Dass ich ein richtiges Gespür, eine Dankbarkeit, für verschiedene Wetterlagen und Zustände der Natur empfinden könnte, war undenkbar. Wie schön, dass es heute anders ist. Diese Bodenhaftung ist etwas, das mir unermesslich gut tut.

 

Der Herbst bringt mir aber auch ganz schön viel Gedöns, mit dem ich mich innerlich herumschlage. Da wäre zum einen die Entscheidung, bei welchem Anbieter ich die Ausbildung zum The-Work-Coach absolvieren werde. Es ist wirklich nicht leicht für mich, mich festzulegen und daran zu glauben, dass ich den richtigen Weg einschlage. Dass ich langfristig als Coach arbeiten und Byron Katies Methode weitergeben möchte, ist nicht die Frage. Aber arbeite ich mit dem Verband zusammen oder mache ich mein eigenes Ding? Wie wichtig ist mir ein offizielles Label? Ich weiß es noch nicht.

Das zweite Thema, das mich umtreibt, ist die Veröffentlichung meines ersten Buches. Zunächst dachte ich, ich schreibe einen Ratgeber zum Thema Nordsee-Urlaub, doch angesichts der Jahreszeit habe ich mich dazu entschieden, erstmal einen kleinen Ratgeber für Eltern zu verfassen, in dem es um Kindergeburtstage geht, die bei Schietwetter stattfinden. Mein Sohnemann ist ein Januar-Kind, weswegen ich mich als Party-bei-Schlechtwetter-Profi bezeichnen darf. Ich bin gespannt wie der sprichwörtliche Flitzebogen, was ich mit der Veröffentlichung für Erfahrungen machen werde. Einen Text zu verfassen ist das eine, die eigenen Erfahrungen und Ansichten öffentlich kundzutun und diese mit dem eigenen Namen zu unterschreiben, ist etwas komplett anderes. Es erfordert Mut, sich zu zeigen. Zumindest geht es mir so, auch wenn ich mich grundsätzlich gar nicht daneben finde. Ich mache mich angreifbar, ich öffne mich und ich erzähle von mir - auch, wenn es sich hier um ein relativ unverfängliches Thema handelt. Aaaaatmen, alles wird gut. Ich freue mich sehrsehrsehr auf die kommende Woche, in der das Buch online gehen wird. Und weitere werden folgen, ich bin voll dabei und schreibe fleißig weiter. 

 

Dir, der Du das gerade gelesen hast, wünsche ich eine bunte Herbstzeit und die Entdeckung des Rückzugs als stärkende Qualität. Hab es gut und freue Dich, dabei zu sein.